Vor dem Schwimmen sollte man nicht essen?

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Durch das Schwimmen entsteht schnell Hunger und daher ist es auch kaum verwunderlich, dass der interne Kiosk im Freibad so gut ankommt. Doch es kommt immer wieder zur Aussage, dass das Kind nach dem Essen nicht mehr ins Wasser darf, denn das könnte tödlich sein. Ist das so?

Früher gab es die Aussage, dass mit vollem Magen nicht geschwommen werden darf. Wer es dennoch tut, kann Magenkrämpfe bekommen, die sogar zum Tod führen können.

So schaffte es ein Mythos sich weltweit zu verbreiten

Schon vor über 50 Jahren wurde hierüber debattiert. Schlussendlich hat das Rote Kreuz aus Amerika festgelegt, dass man nach der Nahrungsaufnahme für etwa eine Stunde nicht ins Wasser darf. Schon zum damaligen Zeitpunkt fehlte es an wissenschaftlichen Beweisen, da Studien hierzu gefehlt haben.

Der Ursprung des Mythos ist unklar. Scheinbar haben schon die Ureinwohner des amerikanischen Kontinents sich hierfür bereits Sorgen gemacht. Nach der Nahrungsaufnahme wurde erst der Bauch massiert, um zu verhindern, beim Schwimmen zu ertrinken. In anderen Ländern der Welt findet sich hierzu keine Aussage.

Daher dürfte klar sein, dass sich dieser Mythos in Amerika entwickelt hat und sich weltweit ausbreitete, ohne das es hierfür einen Beweis oder eine genaue Untersuchung gibt.

Die erste Untersuchung im Jahr 1968

Ein amerikanischer Forscher konnte sich von diesem Thema nicht trennen und hat das erste Experiment gestartet. Dafür engagierte er 12 Wettkampfschwimmer, die vor dem Schwimmen so viel essen sollten, wie sie nur konnten. Die Testpersonen waren 15 bis 21 Jahre Alt.

Die Aufgabe bestand darin, 180 Meter zu schwimmen, so schnell sie konnten, nachdem gegessen wurde. Aus Respekt vor dem Mythos gaben die Forscher den ersten Schwimmer aber nach dem Essen eine Schonfrist von 30 Minuten. Die andere Gruppe durfte erst nach 60 Minuten ins Wasser und der Rest nach 90 Minuten. Nach diesem Test musste nach drei Stunden aber wieder jeder dieselbe Distanz schwimmen.

Das Resultat war, dass die Essenszeit keine Rolle gespielt hat. Selbst die Testgruppe, die 30 Minuten nach der Mahlzeit ins Wasser sind, hatten dieselbe Leistung. Zudem gab es trotz der intensiven Kraftaufwendung keine Bauchkrämpfe.

Festgehalten wurde in der Untersuchung aber, dass vier Testpersonen wegen Übelkeit geklagt haben, nachdem sie 30 Minuten nach dem Essen ins Wasser sind. Die Untersuchung wurde im „Research Quarterly“ Journal veröffentlicht.

Weitere Studien belegen das Ergebnis

Forscher haben sich dessen nochmals angenommen und die Distanz auf bis zu 1.600 Meter hochgeschraubt. Teil hiervon waren 24 Testpersonen, die aber allesamt bei Kräften waren. Laut der aktuellen Forschung ist es demnach so, dass durch vorherigen Essen keinerlei Nachteile oder enorme Nebenwirkungen entstehen.

Einen Unfallbericht, indem jemand wegen Essen ertrunken ist, gibt es auch zum heutigen Tag noch nicht. Mediziner und Forscher haben das Thema also beiseite geschoben.

Dabei fokussierte man sich nun auf ein anderes Thema: Kann das den Körper aufgrund der Verdauung doch schaden?

Blut konzentriert sich an anderen Körperstellen

Hierbei geht es darum, ob es bei Kraftanstrengung, die durchaus beim Schwimmen passiert, zu Seitenstechen oder Krämpfen kommen kann, wenn man sich das Blut eher im Magen befindet aufgrund der Verdauung. Wer aber dieser Meinung ist, unterschätzt dabei den eigenen Organismus.

Laut Arztberichten hat der Körper immer reichlich Blut, damit jede Körperstelle optimal versorgt werden kann. Eben auch dann, wenn sich der Körper mit der Verdauung beschäftigt. Es gibt an sich nur das Problem, dass das Schwimmen nach dem Essen kaum noch Spaß macht.

Die Ursache liegt hierbei aber am Wasserdruck. So kommt es einem vor, dass der Magen zusätzlich gefüllt ist. Laut Medizinern erübrigt sich das Problem erst dann, wenn das Essen zum Darm weitergeflossen ist. Dieser Vorgang benötigt etwa 30 bis 45 Minuten. Daher kommt auch der Spruch, dass man eine Stunde nach dem Essen nicht ins Wasser sollte. Gesundheitliche Auswirkungen scheint es aber nach aktuellem Wissensstand der Forschung und der Medizin nicht zu haben.

Fazit

Es besteht keinen Grund zur Sorge. Schwimmen kann hungrig machen und daher sollte jeder sich zum Beispiel mit einem Ambiano Küchengerät selbst etwas zu Essen machen, anstatt auf fertige Kiosk-Ware zurückzugreifen.

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